

Schwitzen wird durch das so genannte sympathische Nervensystem gesteuert. Wenn diese Steuerung nicht richtig funktioniert, kann es bei Anstrengungen wie Sport oder bei hohen Außentemperaturen zu vermehrter Schweißbildung (Hyperhidrose) kommen. Die Hyperhidrose kann an einzelnen Körperstellen wie Achseln, Fußsohlen oder Handflächen auftreten, oder den ganzen Körper betreffen. Sollten herkömmliche Methoden wie die Anwendung von Antitranspiranten oder spezielle stressabbauende Therapien erfolglos sein, ist eine Anti-Schweiß-Behandlung zu empfehlen. Hierbei stehen verschiedene Behandlungsmethoden zur Auswahl.
Schweißdrüsen(saug)kürettage
Schweißdrüsenexzision
Injektion von Botulinumtoxin
Iontophorese
Bei der Schweißdrüsen(saug)kürettage, welche am häufigsten bei übermäßiger Schweißproduktion in der Achselregion angewandt wird, erfolgen mehrere kleine Schnitte in dieser Region und die Unterseite der Lederhaut wird mit den darin eingebetteten Schweißdrüsen abgeschabt bzw. abgesaugt.
Bei der Schweißdrüsenexzision werden die Schweißdrüsen und die darüber liegende Haut in der Achselregion chirurgisch entfernt.
Bei einer Injektion von Botulinumtoxin wird das Präparat in sehr hoher Verdünnung mit einer feinen Nadel in die Leder der betroffenen Bereiche gespritzt. Je nach Bereich sind etwa 40 bis 50 Injektionsstiche erforderlich. Da die Wirkung nur ca. 1 halbes Jahr anhält, muss nach dieser Zeit eine neue Injektionsbehandlung durchgeführt werden.
Eine Iontophorese wird vor allem bei Patienten angewandt, welche unter vermehrter Schweißbildung an Händen und Füßen leiden. Über ein Wasserbad oder mit Hilfe nasser Schwämme wird ein elektrischer Gleichstrom an die betroffenen Körperstellen geleitet. Man spürt bei dieser Methode meist nur ein leichtes Kribbeln. Die Behandlung muss zunächst täglich erfolgen, später ein- bis zweimal pro Woche.
Die Erfolgsaussichten bei der Kürettage und bei der Exzision von Schweißdrüsen sind in der Regel gut. Wie groß der Erfolg bei einer Kürettage ist hängt von der Menge der entfernten Schweißdrüsen ab. Diese lässt sich nicht im Vorfeld bestimmen.
Mit einer Behandlung von Botulinumtoxin werden ebenfalls gute Ergebnisse erzielt. Diese Behandlung muss jedoch mehrmals wiederholt werden, wobei die Wirkung mit jeder Wiederholung länger andauert.
Eine Iontophorese muss dauerhaft durchgeführt werden, um ein gutes Ergebnis zu erzielen.
Bei einer Schweißdrüsen(saug)kürettage und einer Schweißdrüsenexzision können selten dicke, rote, schmerzhafte oder juckende Narben auftreten. Im Bereich der Hautschnitte kann es zu einer Störung der Berührungsempfindlichkeit kommen. Diese Gefühlsstörung ist im Normalfall jedoch nur vorübergehend. Eine verzögerte Wundheilung aufgrund von Krankheitserregern im Behandlungsgebiet und eine Blutvergiftung augrund von Keimen die in die Blutbahn gelangen können, treten nur in sehr seltenen Fällen auf. Ebenso die Bildung von Blutgerinnseln oder dem Verschluss von Blutgefäßen. Erkundigen Sie sich bei Ihrem Arzt, ob in Ihrem Fall ein erhöhtes Thrombose-/Embolierisiko besteht.
Bei der Injektion von Botulinumtoxin kann es vorübergehend zur Einschränkung der Feinmotorik in den behandelten Bereichen kommen. Selten kommt es zur Verletzung benachbarter Nerven oder Blutgefäße. Hierbei können sich blaue Flecken bilden, die jedoch keiner Behandlung bedürfen. Funktionsbeeinträchtigungen von Nerven und Muskeln können nur in Einzelfällen von dauerhafter Art sein. In sehr seltenen Fällen kann es an der Einstichstelle zu Infektionen der Hautoberfläche, Eiterungen, Abszessen kommen, welche jedoch in der Regel problemlos ausheilen. Diese Methode darf nicht bei schwangeren und stillenden Frauen durchgeführt werden, bei neuromuskulären Erkrankungen, Blutgerinnungsstörungen, bekannten Allergien gegenüber Botulinumtoxin oder Humanalbumin oder bei Einnahme bestimmter Antibiotika.
Bei der Iontophorese können selten vorübergehende Hautreizungen oder Kribbeln der betroffenen Stellen auftreten. Die Methode ist nicht geeignet für Personen, die metallhaltige Implantate tragen, bei Patienten mit Herzrhythmusstörungen, Herzschrittmachern oder bei schwangeren Frauen.
Fragen Sie bitte Ihren Arzt nach den genauen Verhaltensweisen nach dem jeweiligen Eingriff.
Eine alternative Methode ist die Anwendung adstringierender Substanzen wie Aluminiumsalze. Mit Hilfe dieser Substanzen werden die Ausführungsgänge der Schweißdrüsen zusammen gezogen und eine Schweißausschüttung wird verringert.
Eine weitere Methode stellt die Einnahme von Anticholinergika dar. Diese verringern die Aktivität der Schweißdrüsen. Die Substanzen verringern jedoch auch die Speichel- und Tränenproduktion.
Als letzte Möglichkeit bleibt eine Operation, die so genannte thorakale Sympathektomie. Hierbei werden die Nerven durchtrennt, welche für die Aktivität der Schweißdrüsen zuständig sind. Die Risiken bei dieser Operation sind jedoch sehr hoch. Deshalb wird diese Methode nur bei sehr starkem Leidensdruck angewandt.
Alle Behandlungsmethoden werden in der Regel ambulant durchgeführt.
Da die Kosten von verschiedenen Faktoren wie z.B. Aufwand und Region abhängig sind, erstellen wir Ihnen gerne im Rahmen der persönlichen Beratung ein Behandlungskonzept und einen individuellen, verbindlichen Kostenvoranschlag.
Bei Plastische-Welt werden Sie ausführlich über mögliche Operationsmethoden, Risiken und Maßnahmen zu Ihrer Sicherheit informiert.
Dank der absoluten Kostentransparenz erwarten Sie keine versteckten Kosten oder böse Überraschungen.
Zudem werden Ihnen unterschiedliche Finanzierungen und mögliche Erstattungen einzelner Leistungen durch Ihren Versicherer aufgezeigt.
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Anti-Schweiß-Behandlung
Die Anti-Schweiß-Behandlung eignet sich für Hyperhidrose an der Fußsohle sowie an den Handinnenflächen. Für die Behandlung der Achselhöhlen ist die Botox-Injektion medizinisch nicht immer indiziert ; im Zweifel sollte vorher nachgefragt werden. Weil die Anti-Schweiss-Behandlung nur temporär anhält, eignet sie sich zum Beispiel auch für Menschen, die nur saisonal viel schwitzen. Diese Behandlungsmethode macht sich die Wirkung des Bakteriengifts Botulinumtoxin A zu Nutze. Dieser Stoff wird im Stoffwechsel ganz bestimmter Bakteriengruppen produziert und dann für die medizinische Verwendung aufbereitet. Das kurz Botox genannte Präparat hat die Eigenschaft, Nervenimpulse im menschlichen Körper zu hemmen. weiterlesen
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21. Symposion für ästhetische, plastisch-rekonstruktive Gesichts-Chirurgie
Botulinumtoxin in der ästhetischen Medizin
Sommer, Boris (Hrsg.)
Sattler, Gerhard (Hrsg.)
ISBN: 9783131376749